Verifizierter Erfolg

Liebe Mitglieder der Landessynode, mit unserer Unterschrift unter diese Petition bitten wir Sie, das Haus der Stille in Rengsdorf nicht zu schließen und die Arbeit nicht umzustrukturieren.

Diese Petition war mit 1.790 Unterstützer/innen auf Change.org erfolgreich!


 

Begründung

Das Haus der Stille ist entstanden im Nachdenken über das evangelische Profil im Zusammenhang mit Kommunitäten, Klöstern und Exerzitienhäusern. Es sollte dem geistlichen Leben in der Rheinischen Kirche ein eigener „Ort“ gegeben werden. In seiner Entstehungsphase reagierte die Evangelische Kirche im Rheinland mit dem Haus der Stille auf die zahlreichen geistlichen Angebote außerhalb der Kirche, die von immer mehr Menschen aufgesucht wurden. Die Entstehung des Hauses der Stille ist aber auch als ein Gegenpol zu den bis heute zunehmenden esoterischen Angeboten zu sehen.

Ø  Mit dem Aufbau eines Hauses der Stille besinnt  sich die Evangelische Kirche im Rheinland modellhaft sowohl auf die Tradition der „alten Kirche“ als auch auf die geistliche Tradition des Protestantismus, die mit den Namen Gerhard Tersteegen, Paul Gerhardt, Dietrich Bonhoeffer, Dag Hammarskjöld, Dorothee Sölle beispielhaft verbunden sind. Dabei wurde und wird geistliches Leben als eine Einheit von gesellschaftlicher Verantwortung (Ethik), Gebet (auch Stundengebet) und Liturgie/Gottesdienst verstanden und gepflegt. Gleichzeitig begleitet das Haus Menschen in kritischen und krisenhaften Situationen  bzw. bietet es einen Raum zur Klärung an.

Ø  Hinzu kommt die Wiederentdeckung der Bedeutung geistlicher Orte und ihrer spirituellen Atmosphäre. Gerade weil geistliches Leben an jedem Ort und zu jeder Zeit stattfinden kann und soll, bedarf es der besonderen Orte, an denen geistliches Leben gewährleistet und gepflegt wird. Die Einübung von “Zeiten der Stille“ für das eigene geistliche Leben zieht sich durch den Protestantismus. Es ist notwendig, dafür Orte zu schaffen jenseits des kirchlich Gewohnten, in denen konsequente Stille und eigene Übung einen Erfahrungsraum schaffen für die Gegenwart Gottes. Darin ist es Vorbild für die Gemeinden.

Ø  Am Beispiel der Klöster wird deutlich, dass der Ort des Klosters mit dem geistlichen Leben nur zusammen zu sehen ist. Angebote in verschiedenen Bildungshäusern zum Themenbereich des Hauses der Stille können dort nicht mit der gleichen Intensität stattfinden, wie in einem Haus der Stille. Es fehlen ihnen neben der allgemeinen Atmosphäre die Möglichkeit der konsequenten Stille und damit der Schutzraum, der es Menschen ermöglicht, sich auf sich selbst, auf Gott und die Schöpfung einzulassen. Mit dem Verzicht auf ein Haus der Stille verzichtet die Evangelische Kirche im Rheinland auch darauf, Menschen anzusprechen, die vorwiegend in Klöstern und ähnlichen, nicht unbedingt christlichen Häusern, Auszeiten und spirituelle Nahrung suchen.

 

Ø  Das Haus der Stille gewährleistet:

·        Menschen eine Auszeit, um zu sich selbst und Gott zu finden.

·        Menschen, die am Rande der Kirche oder außerhalb der Kirche leben einen „Dritten Ort“, an dem sie Glauben neu erleben können.

·        Förderung des alltäglichen geistlichen  Lebens  mit Einzeltagen und Kursen in großer Bandbreite zwischen „Stillen Tagen“ und „Kontemplation“.

·        Gemeinden/Presbyterien eine Zeit des geistlichen Lebens und Innehaltens inmitten ihrer Verantwortung und den Veränderungen. Daraus folgen neue und wertvolle Impulse für den Gemeindeaufbau.

·        Eine intensive Kommunikation zwischen Menschen unterschiedlicher Frömmigkeitsstile und -formen. So trägt die Arbeit des Hauses zu einer „versöhnten Verschiedenheit“ bei.  Dies ist eins der wichtigsten Ergebnisse des Hauses im Rheinland! (KO Artikel 1, Absatz 3)

·        Eine mehrjährige Weiter-  und Fortbildung von ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Bereich der geistlichen Begleitung. Dabei wird Geistliche Begleitung als eine besondere Form der Seelsorge sowie des geistlichen Gemeindeaufbaus verstanden.

·        Einen Gegenpol und eine Alternative zu esoterischen Angeboten, auf die evangelische Kirche nicht verzichten sollte.

·        Menschen, die in gesellschaftlichen Verantwortungen stehen, für ihren Einsatz zu stärken.

Konkret zu den Argumenten der Kirchenleitung:

1.       Das Argument der Kirchenleitung, dass das Haus der Stille schwerpunktmäßig nur hoch-gebundene Kirchenmitglieder  erreicht ist falsch (siehe oben). Das Haus der Stille erreicht neben kirchlich engagierten Menschen mindestens genauso viele Menschen, die kaum noch Kontakt zur Kirche haben oder schon ausgetreten sind. Es gibt eine interdisziplinäre Untersuchung mit dem Titel 'Die unsichtbare Religion in der sichtbaren Religion. Formen spiritueller Orientierung in der religiösen Gegenwartskultur' die gerade das Argument, dass im Wesentlichen nur kirchennahe Menschen angesprochen werden,  klar widerlegt. Die Studie beschreibt die Menschen, die auf der Suche nach spiritueller Erfahrung sich zeitlich befristet unter anderem in Einrichtungen wie dem Haus der Stille beheimaten.  Eine interne Auswertung des Hauses der Stille belegt dies ebenfalls.

 

2.       Die Feststellung der Kirchenleitung, das Haus der Stille habe keinen Modellcharakter, ist falsch.  Dazu reicht es,  sich die obigen Ausführungen zu vergegenwärtigen.

 

3.       Das Haus der Stille finanziert sich nicht nur durch die evangelische Kirche im Rheinland, sondern auch durch ein hohes Spendenaufkommen, durch die  Stiftung Haus der Stille und ein hohes ehrenamtliches Engagement. Der Freundeskreis finanziert eine Stelle durch einen erheblichen Beitrag mit, ebenso geschieht eine Mitfinanzierung einer Stelle durch die Stiftung. 

 

4.       Das Haus der Stille ist teuer. Dies ist richtig. Das Haus der Stille wird immer auf Gelder der Landeskirche angewiesen sein. Dies ist es auch wert. Wie weiter Kosten im begrenzten Maße gespart werden können, dafür müssten weitere Konzepte entwickelt werden.

Erstunterzeichner

 

Anthea Bethge, Neuwied; Frauke Bürgers, Wuppertal;  Ute Grieger-Jäger, Hürth; Meike  Haarbeck, Solingen; Volker Hassenpflug, Bous; Hermann Kotthaus, Bergisch-Gladbach; Eva und Jürgen  Manderla, Bergheim; Rüdiger Maschwitz, Much; Juliane Opiolla, Bous; Elke Rapp, Koblenz; Karin Thomas, Morsbach; Johannes Wirths, Siegburg.

 



Heute: Rüdiger verlässt sich auf Sie

Rüdiger Maschwitz benötigt Ihre Hilfe zur Petition „An die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland Hans Böckler Straße 7 40476 Düsseldorf: Liebe Mitglieder der Landessynode, mit unserer Unterschrift unter diese Petition bitten wir Sie, das Haus der Stille in Rengsdorf nicht zu schließen und die Arbeit nicht umzustrukturieren.”. Jetzt machen Sie Rüdiger und 1.789 Unterstützer/innen mit.