An die Kirchenleitungen: Macht Ernst mit der Buße! Bekennt Eure Schuld im Missbrauch!

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 1.000.


Christus hat geheilt, getröstet, befreit. Er hat den Schwächsten ihre Würde zurückgegeben und die Kinder gesegnet. Unerträglich ist es für uns Gläubige daher, dass Männer, die Christus am Altar verkörpern, sexuellen Missbrauch begangen oder ihn vertuscht, gar geduldet haben.

Immer klarer wird: Missbrauch durch kirchliche Amtsträger ist keine private Verfehlung einzelner. Der Missbrauch, vor allem aber seine Vertuschung haben System. Sie haben die Kirche in eine existenzielle Krise gestürzt. Und sie beschädigen die Glaubwürdigkeit sämtlicher Katholikinnen und Katholiken.

Viele Bischöfe bekunden nun Scham und versprechen Umkehr. Der Vatikan verpflichtet sich vor der UNO zum Kampf gegen Missbrauch. Aber wird es wirklich zu den Veränderungen kommen, die es braucht? Wir Gläubigen haben keine institutionelle Möglichkeit, unsere Kirchenleitungen auf ihr Wort zu verpflichten. Daher wollen wir hiermit selbst das Wort ergreifen und an die Öffentlichkeit gehen – um über kirchliche Stände und Lager, gesellschaftliche Milieus, politische Überzeugungen und nationale Grenzen hinweg unsere Verantwortung als Volk Gottes wahrzunehmen.

Wir rufen Ihnen, den Kirchenleitungen auf der ganzen Welt, zu: Macht Ernst mit der Buße! Zeigt Reue. Bekennt die systemische Schuld. Leistet Genugtuung. Kehrt wirklich um. Erneuert die Kirche gemeinsam mit uns!

Es wurden bereits viele Ursachen richtig benannt, viele gute Vorschläge für notwendige Veränderungen gemacht. Damit Wandel aber wirklich gelingen kann, halten wir folgende Prinzipien für unabdingbar:

  1. Opferschutz statt Täterschutz: Erkennen Sie das Leid der Opfer an und machen Sie es sich zu eigen. Nicht nur Priester sind Ihre Brüder, sondern gerade auch die Opfer.
  2. Aufarbeitung ohne Tabu: Ermöglichen Sie unabhängigen Experten-Kommissionen schonungslose Aufarbeitung. Unabhängige Überprüfungen müssen auch für alle Länder erfolgen, aus denen noch keine Fälle bekannt geworden sind.
  3. Verantwortung übernehmen: Übernehmen Sie Verantwortung für Fälle in ihrem Zuständigkeitsbereich – persönlich und öffentlich.
  4. Ehrliche Ursachenanalyse: Eine gründliche Analyse durch unabhängige Fachleute muss auch eventuelle Zusammenhänge mit dem Zölibat, der Auffassung vom Priestertum und der Verquickung von geistlicher Autorität mit institutioneller Macht prüfen dürfen.
  5. Macht teilen: Maßnahmen zur Vorbeugung und Aufdeckung von Missbrauch müssen in einer breit und öffentlich geführten Diskussion entwickelt werden. Beteiligen Sie hier und v.a. auch bei der Umsetzung und Kontrolle Laien in verantwortlicher Position.
  6. Den Kern schützen, nicht die Hülle: Absolutes und alleiniges Ziel sämtlicher Maßnahmen muss der Schutz aller Menschen in der Obhut der Kirche und die Wiederherstellung ihrer geistlichen und moralischen Legitimität vor dem Angesicht Christi sein, nicht die Bewahrung ihrer weltlichen Form.

Es geht nicht nur um Missbrauch. Die katholische Kirche muss aus dieser Krise grundlegend verwandelt hervorgehen – oder sie bleibt irreparabel beschädigt. Gott helfe uns dabei. Amen.

* * *

Was Sie als Unterzeichner konkret tun können

  • Schließen Sie sich diesem Aufruf an, indem Sie ihn unterschreiben. Erlauben Sie, dass Ihr Name sichtbar ist, damit man weiß, wer wir sind.
  • Teilen Sie uns im Kommentarfeld Ihre Gedanken, Empfindungen, Erfahrungen und Vorschläge mit.
  • Leiten Sie diesen Aufruf an andere weiter.
  • Helfen Sie bei der Verbreitung mit einer Übersetzung in eine andere Sprache.
  • Geben Sie diesen Aufruf Ihrer Kirchenleitung zur Kenntnis.
  • Bilden Sie vor Ort oder im Netz Gruppen, die einen Beitrag zur Buße leisten: durch Beistand für die Opfer, Gebet, Aufarbeitung, Ursachenanalyse, Ideen für den Wandel. Informieren Sie andere darüber in den Kommentarfeldern auf dieser Seite.


Heute: Melanie verlässt sich auf Sie

Melanie Wald-Fuhrmann benötigt Ihre Hilfe zur Petition „An die Kirchenleitungen in aller Welt: Macht Ernst mit der Buße! Bekennt Eure Schuld im Missbrauch!”. Jetzt machen Sie Melanie und 949 Unterstützer/innen mit.