Decision Maker Response

Bäderchef Ole Bested Hensing’s response

Bäderchef Ole Bested Hensing
Berliner Bäder-Betriebe AöR

Jan 10, 2014 — Die Entgelte für die Berliner Bäder sind nicht durchweg erhöht, sondern seit 1. Januar 2014 sogar gesenkt worden. So kann montags bis freitags zwischen 10.00 und 15.00 für 3,50 (ermäßigt 2,00 Euro) geschwommen werden - bisher hat der Tarif 4,50, ermäßigt 2,80 Euro betragen. Mit der Familienkarte für 11,50 Euro können jetzt zwei Erwachsene mit bis zu fünf Kindern schwimmen gehen, bei voller Ausnutzung dieser Karte beträgt der Eintritt also 1,64 Euro pro Person. Neu ist auch, dass Kinder unter fünf Jahren jetzt grundsätzlich freien Eintritt haben.

Und neu ist die Premiumkarte, eine Jahreskarte, die sich unsere Kundinnen und Kunden seit vielen Jahren gewünscht haben. Diese Karte kostet bei Einmalzahlung 539,00, ermäßigt 319,00 Euro und sichert uneingeschränkten Zutritt zu über 40 öffentlichen Bädern in Berlin und es gibt bei dieser Karte zehn Saunabesuche oder zehn Gutscheine für Aqua-Fitness oder Schwimmkurse dazu. Gültig bleibt auch der Super-Ferienpass, der 9,00 Euro kostet und jedem Berliner Schüler/jeder Schülerin ein Jahr lang pro Ferientag in Berlin freien Eintritt zu einem Schwimmbad gewährt. Der Familienpass für 6,00 Euro sichert Kindern sogar freien Eintritt zu, wenn sie in Begleitung eines Vollzahlers sind.

Das neue Tarifsystem ist nötig, weil die Berliner Bäder strukturell unterfinanziert sind. Der Betrieb von Bädern ist sehr teuer. Alle Schwimmbäder sind defizitär und müssen hoch subventioniert werden. Mit dem Berliner Landeszuschuss sichern die Bäder zu, dass sämtliche Schüler im Rahmen ihres Schulunterrichts, alle Spitzensportler und Schwimmvereine der Stadt die Bäder unentgeltlich nutzen können. Vor allem aber aufgrund steigender Energiekosten bleibt bei den Berliner Bädern jährlich eine Deckungslücke von 2,5 Millionen Euro, die nicht über höhere Zuschüsse aus Steuergeldern ausgeglichen werden. Sollen Entgeltanpassungen vermieden werden, bliebe als Konsequenz aber nur eine Zuschusserhöhung (kann sich Berlin nicht leisten) oder ein Schließung von Bädern (will niemand) übrig. Und so kommen die Berliner Bäder um eine Tarifanpassung leider nicht herum.

Zu Forderung der Rekommunalisierung ist zu sagen: Die Berliner Bäder sind zu 100 Prozent kommunal.

Das neue Tarifsystem ist eine tiefgreifende Reform. Manchmal müssen deshalb langjährige Gewohnheiten geändert werden. Aber die Tatsachenbehauptung, dass alle Entgelte gestiegen sind, ist schlichtweg falsch.