Landkreis BB: Corona nicht zum Anlass für Kürzungen im öffentlichen Nahverkehr nehmen!

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 1.000.


Es ist immer wieder dasselbe: Während für Straßen mehrere Millionen Euro - fast ohne Diskussion - ausgegeben werden, wird über jede kleine Verbesserung im ÖPNV grundsätzlich debattiert. Und das obwohl längst klar ist, dass uns nur ein massiver Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs den Klimazielen näher bringt. Gerade hier in Deutschland ist in den letzten Jahr(zehnt)en diesbezüglich viel zu wenig passiert!

Sowohl im Kreistag als auch in den Gemeinderäten wird derzeit die Corona-Krise zum Anlass genommen, um beim Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs den Rotstift anzusetzen. Meist tun das diejenigen, die diesem aus ideologischen Gründen ohnehin schon immer skeptisch gegenüber stehen.

So soll die eigentlich geplante Ausweitung des Angebots im Nahverkehrsplan des Landkreises Böblingen, die vor allem den S-Bahn-Zubringer-Verkehr verbessert hätte, um drei Jahre nach hinten geschoben werden. Zudem stellen die Freien Wähler in Leonberg gegenüber der Leonberger Kreiszeitung den ÖPNV-Ausbau grundsätzlich in Frage. Das sind nur zwei Beispiele von vielen.

Natürlich ist eine gewisse Zurückhaltung in Anbetracht der zurückgehenden Steuereinnahmen verständlich. Wenn wir aber den Rotstift ausgerechnet bei unseren Zukunftsthemen ansetzen, kommt uns das zukünftig teuer zu stehen. Der Klimawandel wartet nicht und unsere Städte und Straßen haben eine Entlastung dringend nötig!

Derzeit ist der Nahverkehrsplan des Landkreises, in dem alle aktuellen und zukünftigen Angebote im öffentlichen Nahverkehr aufgeführt werden, im Anhörungsverfahren (https://www.lrabb.de/start/Service+_+Verwaltung/Nahverkehrsplan+_+Linienbuendelungskonzept.html) Noch ist es also nicht zu spät! Drei Jahre fast vollständig auf neue Fahrgäste und attraktivere Angebote zu verzichten, ist zukunftsvergessen! Ein Kompromiss zwischen den ursprünglichen Planungen und der jetzt beschlossenen Version wäre das Mindeste.

Natürlich sind die Fahrgastzahlen in der Corona-Krise eingebrochen, zwischenzeitlich aber wieder deutlich angestiegen. Sobald wieder Großevents stattfinden können, kommen wir vermutlich schnell an die Fahrgastzahlen vor Corona heran. Jetzt drei Jahre kaum etwas zu verbessern, obwohl wir wissen, dass unser ÖPNV-System auf vielen Strecken an seine Kapazitätsgrenzen kommt, bringt uns nicht weiter. Zudem sind überfüllte Bahnen nicht gerade ein Aushängeschild.

Mit dieser Petition soll der Druck auf die Entscheidungsträger erhöht werden, die geplanten Verbesserungen im Nahverkehrsplan früher und nicht erst in drei Jahren umzusetzen, den Busverkehr in Leonberg auszubauen, den 15-Minuten-Takt auf der S60 zügig umzusetzen, aber auch den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs im Allgemeinen weiter zu forcieren.

Ideen hierzu finden sich unter anderem in der Potenzialstudie (https://service.lrabb.de/bi/vo0050.php?__kvonr=6212) die der Landkreis erfreulicherweise in Auftrag gegeben hat. Dort geht es beispielsweise um die Verlängerung der S1 von Herrenberg über Jettingen nach Nagold oder um eine Stadtbahn nach Leonberg.