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An alle demokratischen Fraktionen im Römer
Tod eines Studenten in Eskişehir
Solidarität mit den demokratischen Kräften in unserer Partnerstadt!

Sehr geehrte Damen und Herren, 

die Entwicklungen der letzten Wochen in der Türkei sind Ihnen mit Sicherheit nicht entgangen. Hauptsächlich junge Menschen setzten sich gegen die Vernichtung des GEZI PARK in Istanbul ein und wurden von der türkischen Polizei und Eliteeinheiten, die den Park räumen wollten, brutal angegriffen. Die Empörung gegen diese Vorgehensweise hat sich zu einer Protestwelle im gesamten Land ausgebreitet. Der brutale Einsatz gegen Demonstrierende sowie die Proteste gegen die türkische Erdogan-Regierung dauern weiter an. Laut der türkischen Stiftung für Menschenrechet wurden bisher (12.07.2013) 3584 Menschen vorläufig festgenommen und davon 121 verhaftet. 2 Menschen starben durch den direkten Einsatz von Polizisten, bei 3 Menschen sind die Täter nicht identifiziert und ein Polizist starb durch einen Unfall im Einsatz.

In fast allen türkischen Städten gingen laut offiziellen Angaben 2,5 Millionen Menschen auf die Straße und über 8000 verletzte wurden in Krankenhäusern behandelt.

Auch in unserer Partnerstadt Eskişehir gingen junge wie alte Menschen auf die Straßen und protestierten gegen die Maßnahmen der Regierung, die die Menschenrechte mit Füßen tritt. Sie solidarisierten sich mit Taksim GEZI PARK in Istanbul.

Anstatt die Situation zu beruhigen hat die Regierung in Ankara, vor allem der türkische Ministerpräsident Erdogan, durch seine diffamierenden Aussagen gegen die Protestierenden den Zorn der demokratischen Menschen in der Türkei entfacht. Die Protestierenden wurden als Vandalen (Capulcu), Plünderer und Terroristen beschimpft und unbegründet behauptet, dass Demonstranten Alkohol in einer Moschee getrunken hätten sowie Frauen mit Kopftüchern angegriffen hätten. Diese Verleumdungen verstärkten den Protest und führten zu weiteren Eskalation der Konflikte. Die Polizei ging mit aller Brutalität gegen die Demonstrierenden vor und benutzte die Tränengasgewehre, um gezielt auf Menschen zu schießen. Dort, wo sie mit den Wasserwerfern, Schlagstöcken usw. die Jugendlichen nicht trafen, gingen Sie mit Unterstützung von zivilen Polizisten und anderen „nicht identifizierbaren Schlägern“, bewaffnet mit Eisen- und Baseballschlägern, auf die Jagd gegen einzelne Personen.

So geschah es, dass Ali Korkmaz, 19 Jahre, Student der Universität Anadolu in Eskişehir, am 2. Juni 2013 von Unbekannten dermaßen brutal zusammengeschlagen und verletzt wurde, dass er an den Folgen seiner Verletzungen am 10 Juli im Krankenhaus starb.

Wir möchten eine Partnerstadt, in der die Menschen sich unter demokratischen Bedingungen entfalten können!

Die gesicherten Videoaufnahmen sind alle unbrauchbar manipuliert. Wir fordern, dass diese Beweismittel wieder hergestellt werden! Wir möchten nicht, dass in unserer Partnerstadt Eskisehir Menschen geschlagen und getötet warden, weder durch Polizei noch von mit Messern und Knüppel bewaffneten „Polizeihelfern“.
Wir fordern alle demokratischen Fraktionen im Römer auf, sich mit den demokratischen Kräften in Eskisehir zu solidarisieren!

• Setzen Sie sich dafür ein, dass die für den Tod von Ali Korkmaz Verantwortlichen gefunden und vor Gericht gestellt werden!

• Setzen Sie sich dafür ein, dass Tränengasgranaten oder –gewehre nicht t gegen Menschen eingesetzt werden!

• Schreiben Sie Beileidsbekundungen an die Familie Korkmaz!

• Zeigen Sie Eskisehir, dass Frankfurt auf ihrer Seite ist, in guten sowie in schlechten Tagen!

• Benennen Sie eine Straße in Frankfurt „ALI ISMAIL KORKMAZ Straße“

Letter to
An alle demokratischen Fraktionen im Römer und OB Peter Feldmann
Solidarität mit den demokratischen Kräften in unserer Partnerstadt!