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Schluss mit der Fernbeschulung !

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Schluss mit der Fernbeschulung* !

zentrale Punkte dieser Petition:

  • Entlastung von Familien in der Krisensituation
  • Unterschiedliche Voraussetzungen führen zu ungleichen Bildungschancen
  • keine Pflichtaufgaben/ keine Leistungserwartung
  • Austausch zwischen Lehrer*innen und Elternhäusern, mit dem Ziel gemeinsam das körperliche und seelische Wohl der Kinder im Auge zu behalten.
  • Lernen als individuellen Prozess unterstützen, um damit allen Kindern gute Chancen zu ermöglichen.
  • Streichen von Lehrplaninhalten, auf denen in den nächsten Schuljahren nicht aufgebaut wird.

Eltern stehen zur Zeit sowieso schon unter einem enormen Druck und müssen nun neben all den anderen Anforderungen auch noch Lehrer*innen für ihre Kinder spielen. Begleitet von der Angst, das Kind könne den Anschluss verlieren, wenn man die Aufgaben der Lehrer*innen nicht erfüllt.

„Der Landeselternbeirat schlägt deswegen bereits Alarm. "Bei uns kommen sehr viele Hilferufe an. Das Telefon steht seit einer Woche nicht mehr still", sagte der Vorsitzende Korhan Ekinci am Freitag dem hr. Hilferufe von verärgerten, besorgten und schlicht überforderten Eltern. In der aktuell schwierigen Situation sind Eltern nicht auch noch in der Lage, den Kindern als Lehrkräfte zur Verfügung zu stehen", sagte Ekinci - zumal die meisten Eltern dafür ja auch gar nicht ausgebildet seien. Er fordert deswegen das Ende von Homeschooling: "Ich würde mir wünschen, dass die Politik einfach sagt: Wir befreien die Kinder jetzt drei Wochen vom Unterricht. Das wäre auch kein Weltuntergang."

Da die Schulabsenz wesentlich länger dauert als zu Beginn der Schulschließung angenommen, fordere ich die ersatzlose Streichung derjenigen Lehrplaninhalte, auf denen in den kommenden Schuljahren nicht aufgebaut wird. Die so entstehenden Wissenslücken werden lediglich zeitlich vorweggenommen, da schulische Bildung per se nicht nachhaltig ist und die meisten Lehrplaninhalte nicht dauerhaft im Hirn verankert werden. Es fehlt der freudvolle Bezug, der Neues dauerhaft und nachhaltig im Hirn verankert.

Eine Abschaffung der häuslichen Beschulung kann die Beziehung zwischen Eltern und Kindern verbessern. Schulische Themen bieten auch in normalen Zeiten schon genügend Konfliktpotential. In einer Krisensituation kann jeder Streit schwerwiegende Folgen für alle Beteiligten haben. Niemand kann sich zur Zeit dem Konflikt räumlich entziehen, Hilfsangebote und Mediation fallen weg – vor allem für die Kinder.

Eine Fernbeschulung ist didaktisch nicht sinnvoll: neue Lerninhalte erklären sich nicht von selbst. Sie didaktisch aufzubereiten, erfordert fundiertes Hintergrundwissen, Zeit und pädagogisches Verständnis.

Außerdem ist die Fernbeschulung unfair: je nach Ausstattung der Schule werden die Arbeitsmaterialien per Download oder Email angeboten, die Plattformen brechen immer wieder zusammen, die Schüler*innen können Kontakt zu den Lehrer*innen aufnehmen oder nicht, manche erhalten Online-Tuturials, andere nicht. Nicht jedes Kind hat zu Hause Zugang zum PC – gerade wenn auch die Eltern daran arbeiten müssen.

"(...) Es wird gesagt, alles sei fair. Aber ich weiß von anderen Schulen, da gibt es Onlineunterricht schon. Und dann gibt es welche, da gibt es E-Mail-Listen und Mebis noch gar nicht. Wie fair kann es dann sein?" Elias Kolbenschlag, Abiturient und Stufensprecher am Viscardi-Gymnasium in Fürstenfeldbruck

Fernbeschulung ist ungerecht für die Kinder, die aus bildungsfernen Familien kommen. Nicht jedes Kind hat Eltern, die schulische Inhalte verstehen und vermitteln können. Konzentration und Leistungsfähigkeit werden unmöglich, wenn eine ganze Familie auf engstem Raum zusammenlebt. Auch Kinder mit Migrationshintergrund werden noch mehr benachteiligt als es laut der PISA Studie unter regulären Umstanden sowieso schon geschieht.

„Wir müssen davon ausgehen, dass die Schließung soziale Unterschiede vergrößert. Bei Kindern aus benachteiligten Verhältnissen fällt der Rückgang besonders stark aus.“ Bildungsökonom Ludger Wößmann vom  Ifo-Institut 

Eltern, die gern mit ihren Kindern lernen möchten, sollten das ohne Druck tun können. So kann man zum Beispiel bereits Gelerntes vertiefen, das Einmaleins üben, gemeinsam lesen und vorlesen oder eine Geschichte schreiben. Freiwilliges projektorientiertes Arbeiten ist ebenso eine gute Möglichkeit. 3 Wochen sind ein guter Zeitraum, um ein Portfolio über ein persönliches Interesse zu gestalten. Lehrer*innen können hier beratend zur Seite stehen und Ideengeber sein. Sobald die Kinder in die Schule zurückkehren, können sie zeigen und berichten, was sie in den vergangenen Wochen getan haben. Da dabei der individuelle Prozess im Vordergrund steht, gibt es keine homogene Leistungserwartung. Selbst das Kind, dessen häusliches Umfeld kein eigenes Projekt ermöglicht hat, erfährt Lernzuwachs und Inspiration durch die Präsentationen der anderen Kinder.

Lehrer*innen können hier den Eltern beratend zur Seite stehen und mit den Familien im Kontakt bleiben.

* Anmerkung: Ich benutze den Begriff „Fernbeschulung“ in Abgrenzung zu dem viel verwendeten Ausdruck  „Homeschooling“. Dieser Begriff ist für die momentane  Krisenbeschulung nicht korrekt. Es fehlt die Freiwilligkeit und die Infrastruktur, die Homeschooling auszeichnet. Im Unterscheid zu der Situation gerade suchen sich die Eltern beim Homeschooling aus, ihre Kinder zu Hause zu unterrichten, sie bereiten sich darauf vor, nehmen sich häufig frei und wählen die zu vermittelnden Inhalte und Methoden selbständig aus.

Meine Forderungen:

1) Ein sofortiger Stopp der Fernbeschulung

2) Ein enger Austausch zwischen Lehrer*innen (in der Rolle als Berater*innen) und Elternhäusern, mit dem Ziel das körperliche und seelische Wohl der Kinder im Auge zu behalten.

3) Vertiefung des bereits gelernten Stoffs statt Vorauslernen 

4) eigene Projekte

Lernen als individuellen Prozess unterstützen, um damit allen Kindern gute Chancen zu ermöglichen.

5) Das Erteilen der Note 2 oder 3 in allen ausgefallen Tests als Nachteilsausgleich statt einer Jahresnote, die aus einer verringerten Anzahl von Leistungserhebungen gebildet wird; um so die Gewichtung der übrigen Tests zu nivellieren.

6) Sobald die Schulen wieder öffnen, wird an die Lerninhalte vom 13.03.2020 angeknüpft. Auch wenn die Schulen nach den Osterferien auf unbestimmte Zeit geschlossen bleiben.

7) Um dauerhafte Leistungsdefizite zu vermeiden, fordere ich eine Streichung weniger relevanter Lerninhalte, um den Focus auf  die curricularen Inhalte* legen zu können. (*Inhalte, auf die in den nächsten Schuljahren aufgebaut wird)

 



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