Solidarisch aus der Pandemie: der Dinkelsbühler Aufruf anlässlich der Montagsspaziergänge

Solidarisch aus der Pandemie: der Dinkelsbühler Aufruf anlässlich der Montagsspaziergänge

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Engagierte Bürger*innen aus Dinkelsbühl hat diese Petition an Alle Dinkelsbühlerinnen und Dinkelsbühler gestartet.

Folgende Erklärung haben engagierte Bürgerinnen und Bürger (sowie Institutionen) in Dinkelsbühl zur Corona-Pandemie und den so genannten „Montagsspaziergängen“ abgegeben:

Die dramatischen Folgen der Covid-19-Pandemie beeinflussen unser aller Leben nachhaltig. Über 100 000 Menschen sind seit Ausbruch der Pandemie in Deutschland gestorben; unzählige sind von den Folgen einer Erkrankung direkt oder indirekt betroffen. Viele Menschen kämpfen mit Auswirkungen auf ihren Arbeitsplatz, ihren Betrieb oder auch mit den Folgen von Vereinsamung und Überforderung. Gerade die Schwächsten der Gesellschaft, Kinder, alte Menschen und vulnerable Gruppen, leiden unter den Folgen besonders. Die Herausforderung einer globalen Pandemie können wir gerade nach dieser langen Zeit nur gemeinsam als Stadtgesellschaft bewältigen. Es wurde schon viel geleistet: Sei es die Einkaufshilfe, die Unterstützung für Einzelhandel und Gastronomie durch die Dinkelsbühlerinnen und Dinkelsbühler oder einfach nur ein Wort der Zuversicht und des gegenseitigen Mut Zusprechens.
Jetzt müssen wir alle weiterhin unseren Teil beitragen, um Corona endgültig zu einer beherrschbaren Krankheit zu machen, die unser Gesundheitssystem und unsere kritische Infrastruktur nicht mehr überfordern kann.
Die größte Bewegung dieser Tage ist glücklicherweise die Impfbewegung. Die Impfquote in Dinkelsbühl ist hoch. Das sind positive Zeichen, weil sich zeigt, dass in einer demokratischen Gesellschaft Menschen nicht nur an sich selbst, sondern auch an ihre Mitmenschen denken. Wir möchten allen danken, die zu einer aktiven Bekämpfung der Pandemie in den unterschiedlichsten Bereichen beitragen. Mehr denn je sind gegenseitige Solidarität und Gemeinschaftssinn gefordert!
Wir rufen aber alle, auch jene, die Maßnahmen in Frage stellen und von ihrem demokratischen Recht auf Meinungsäußerung und dem Demonstrationsrecht Gebrauch machen, auf: Es gilt Toleranz für jede andere Meinung, insbesondere eine kritische, wenn sie auf dem Boden des Grundgesetzes steht.


Gleichzeitig gilt aber: es gibt kein Recht, das Versammlungsrecht zu umgehen oder, wie in anderen Städten geschehen, Rettungs- und Einsatzkräfte oder andere Verantwortliche zu bedrohen, zu behindern, zu beleidigen oder gar anzugreifen. Damit es hierzu in Dinkelsbühl nicht kommt, gilt es auch darauf zu achten, dass friedliche Demonstrationen nicht von Feinden unserer Demokratie unterwandert und instrumentalisiert werden. Dann kann gegenseitiger Respekt für unterschiedliche Meinungen weiterhin Richtschnur des friedlichen Zusammenlebens sein. Zur Klärung von Streitfragen, etwa im Blick auf die Verletzung von Grundrechten durch staatliche Verordnungen während der Pandemie vertrauen wir auf die Kompetenz und Unabhängigkeit der Gerichte.
Die große Mehrheit der Menschen in diesem Land und in unserer Stadt entscheidet sich täglich für das Einhalten der Maßnahmen, weil sie sich selbst, ihre Lieben und die Gesellschaft schützen will. Es ist nicht die Mehrheit, die eine Minderheit gängeln oder bevormunden will. Vielmehr zwingt das Virus uns alle zu Einschränkungen und Regeln, die wir hoffen, bald überwunden zu haben. Es gibt Zeichen der Hoffnung; wir appellieren deswegen an alle, in der Diskussion miteinander zu bleiben, gegebenenfalls kontrovers, aber sachlich und mit gegenseitigem Respekt. Keinen Raum sind wir bereit, der Intoleranz, der Vereinnahmung legitimen Protestes durch extremistische Gruppen oder jedweder Grenzüberschreitung zu geben.

 

Erstunterzeichnende

Dekan Uland Spahlinger, auch für den Kirchenvorstand der Evang.-Luth. Kirchengemeinde Dinkelsbühl

Manfred Scholl

Georg Kopf im Namen des Vorstandes von ProAltstadt e.V.

David Schiepek, Stadtrat für B ‘90/Grüne

Joachim Pollithy

Bernd Lober, Vorsitzender SPD Dinkelsbühl u. Umgebung, auch für den SPD-Ortsverein

Tanja Strauß, Diakonin, Dekanatsjugendreferentin

 

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