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Kostenübernahme von autismusspezifischen, international etablierten Therapieformen

Forderung dieser Petition

Wir fordern die Kostenübernahme von international etablierten autismusspezifischen Therapieformen, um Betroffene, Eltern und Angehörige endlich sinnvoll behandeln bzw. unterstützen zu können. 

Nähere Informationen: Dachverband Österreichische Autistenhilfe, Eßlinggase 17, 1010 Wien www.autistenhilfe.at

Ausgangslage

In Österreich gibt es enorme Versorgungslücken in der Diagnostik, Frühförderung und Therapie autistischer Kinder. Wenn man davon ausgeht, dass weltweit rund 1% der Bevölkerung eine Diagnose aus dem Autismus-Spektrum hat, so gibt es in Österreich ca. 80.000 Betroffene – ein Großteil davon wahrscheinlich undiagnostiziert.

Autismus ist eine genetisch bedingte, tiefgreifende Entwicklungsstörung, die soziale, sprachlich-kommunikative und lebenspraktische Funktionen beeinträchtigt und mit stereotypem, ritualisiertem Verhalten einhergeht. Der Leidensdruck für Betroffene und deren Angehörige ist enorm. Inadäquat und spät behandelte Kinder mit Autismus benötigen oft lebenslange, mit hohen Kosten verbundene Versorgung in Institutionen.

Viele Kinder können wegen fehlender Ausbildung der Fachleute (z.B. ÄrztInnen, PsychologInnen, TherapeutInnen) nicht adäquat behandelt werden oder müssen mit extrem langen Wartezeiten an Ambulatorien und Spitälern rechnen. Diese großen Versorgungslücken führen häufig zur Verschlechterung des Zustandsbildes sowie zur Entwicklung zusätzlicher Störungen. In der Folge kommt es zu einer enormen Erhöhung der langfristig notwendigen Behandlungskosten.

Fazit

Österreich gehört damit zu den absoluten Schlusslichtern der EU, was die Autismus-Versorgung anbelangt.

Auch für die Fachpersonen an den Ambulatorien, Kliniken, Kindergärten, Schulen, Kompetenzzentren und Ausbildungsstellen ist diese Situation höchst unbefriedigend und frustrierend, da bekannt ist, was nötig wäre, dies aber in Österreich nicht zur Verfügung steht.

Es gibt kein Medikament, das auf die Primärsymptomatik des Autismus wirkt.

Aus der internationalen Forschung ist aber bekannt, dass verhaltensorientierte, früh beginnende strukturierte Therapie die größten Effekte auf die weitere Entwicklung Betroffener hat.

Lösungsansätze

Mittlerweile international gut untersuchte und etablierte Therapieformen sind beispielsweise die „Applied Behavior Analysis- ABA“ (siehe Cohen et al 2006; Howard et al 2005; Sallows & Graupner, 2005; Virués-Ortega 2010) sowie „Treatment and Education of autistic and other communication handicapped childeren – TEACCH“ (siehe Ozonoff und Cathcart 1998, Siaperas und Beadle-Brown 2006, Symalla und Feilbach in Bölte 2009, Degner 2011).

Leider sind diese Therapieformen in Österreich wegen mangelnder Ausbildung von Fachleuten sowie wegen der fehlenden Kostenübernahme durch die Krankenkassen nicht verfügbar und leistbar für die meisten Familien. Die Kinder werden daher nicht, zu spät oder inadäquat behandelt, was zu verheerenden Folgen für die Betroffenen und auch das Gesundheitssystem (hohe Folgekosten) führt.

In Österreich gibt es seit Kurzem einige bestens ausgebildete Fachpersonen (Psychologinnen, Pädagoginnen und Therapeutinnen mit absolvierter, post-gradueller ABA-Ausbildung durch ein EU-gefördertes Projekt; siehe www.autism-competence.com).

 

Da eine Evaluationsstudie darauf hindeutet, dass gute Effekte bei min. 5 Wochenstunden erzielt werden können, brauchen die Eltern dringend finanzielle Untersützung, damit die Therapie fortgesetzt werden kann und weitere betroffene Kinder von der Therapie profitieren können. Die hohe Zufriedenheit der Eltern und die objektivierbaren Fortschritte hinsichtlich Sprache/ Kommunikation, Selbsthilfefertigkeiten und Autismus-Symptome sprechen deutlich für früh ansetzende, intensive Therapie, wie Applied Behavior Analysis

This petition was delivered to:
  • Alle österreichischen Krankenkassen


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