ALG während der Physiotherapie Ausbildung

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Nach zwölf Jahren in einem Job, musste endlich eine Veränderung her. Ungerne wollte ich mich einfach so weg bewerben, eine Verbesserung sollte her. Sprich: Ich möchte einen Beruf ausüben, der mir Spaß macht. 

Mir war recht schnell klar, dass ich in den medizinisch/ gesundheitlichen Bereich möchte und nach einer Weile kristallisierte sich der Beruf des Physiotherapeuten heraus. Ich habe mich direkt informiert und Kontakt zu verschiedenen Schulen aufgenommen, in denen man diese Ausbildung absolvieren kann.

Dann kam zunächst die gute Nachricht: Seit 2019 ist die Ausbildung in Niedersachsen schulgeldfrei. Kurz danach kam aber die Ernüchterung: Aktuell ist die Ausbildung zum Physiotherapeuten also eine Ausbildung, die auf Grund der Gesetzeslage nicht als Umschulung anerkannt ist. Die Ausbildung ist (zu Recht) gesetzlichen Regelungen unterworfen und dadurch beispielsweise nicht verkürzbar, was (u.a.) Voraussetzung für die Anerkennung als Umschulung ist. 

Bei einem Telefonat mit dem Arbeitsamt sagte man mir klar und deutlich: Wenn Du die Ausbildung machen möchtest ist das schön, aber da sie nicht als Umschulung anerkannt ist und damit nicht "verkürzbar" ist, gibt es keine Förderung - sprich kein Arbeitslosengeld 1 oder 2

Dies führt dazu, dass eine Ausbildung zum Physiotherapeuten für jemanden, der sich nach seiner Erstausbildung entschließt Physiotherapeut zu werden eine dreijährige unbezahlte Ausbildung macht, bei der er/sie keinen Anspruch auf ALG I oder ALG II (Hartz IV) hat. 

Ich werde 40 Jahre alt und aufgrund meines Alters, besteht für mich zudem keine Möglichkeit die Ausbildung über einen Bildungskredit oder Bafög zu finanzieren. Ein Traum, ich muss also neben der Ausbildung noch irgendwie Geld verdienen. Für jemanden, der das dreißigste Lebensjahr hinter sich gelassen hat muss es auch die Möglichkeit geben sich für diesen Bereich ausbilden zu lassen ohne dass die Umschulung wegen eines Nebenjobs darunter leidet.

Deshalb fordere ich jetzt, dass die Ausbildung zum Physiotherapeuten trotz fehlender Möglichkeit der Verkürzung zumindest über das Arbeitsamt gefördert wird. Damit in diesem Bereich auch Menschen arbeiten können, die sich während der Ausbildung dann keine Gedanken machen müssen, wie sie ihren Lebensunterhalt bestreiten. Neben der Ausbildung jobben zu gehen muss zur Ausnahme werden.

Ausbildungen, die gesetzlich geregelt sind, egal ob schulisch oder nicht, dürfen nicht anders behandelt werden als andere Ausbildungen. Dies gilt insbesondere für die Unterstützungen, die man während der Ausbildung von Dritten, wie z.B. der Agentur für Arbeit, erhalten kann. Es darf hierbei keine Rolle spielen, ob es die Erstausbildung ist oder nicht. Auch wäre es eine konsequente Förderung der verfassungsmäßig garantierten Berufsfreiheit.

In Ausbildungsstätten, die an staatliche Kliniken angeschlossen sind, ist schon länger eine Ausbildungsvergütung üblich. Auch wurde 2019 in verschiedenen Bundesländern das Schulgeld abgeschafft bzw. zu einem großen Teil reduziert und von der Landesregierung übernommen. Das ist ein guter Schritt in die richtige Richtung.

Bitte unterzeichnen Sie diese Petition, damit die Stärkung der Gesundheitsfachberufe weiter vorangetrieben werden kann.