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Abschuss-Stopp der Streunerkatzen im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer


Mit Entsetzen haben wir heute von oz-online.de gelesen, dass auf Borkum Katzen, die "wild und ohne Bezug zu Menschen in den Dünen leben", zum Abschuss freigegeben wurden. Dies soll laut Gundolf Reichert vom Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer erfolgen, um die Uferschnepfe, einen vom Aussterben bedrohten Vogel, der auf Borkum brütet, zu schützen. Bitte helft den Streunerkatzen...

Letter to
Gundolf Reichert
Bürgermeister Borkum Georg Lübben
Landrat Bernhard Bramlage
Stoppen des Abschussen der Streunerkatzen vom Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer

Mit Entsetzen haben wir heute davon erfahren, dass auf Borkum Katzen, die "wild und ohne Bezug zu Menschen in den Dünen leben", zum Abschuss freigegeben wurden. Dies soll laut Gundolf Reichert vom Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer erfolgen, um die Uferschnepfe, einen vom Aussterben bedrohten Vogel, der auf Borkum brütet, zu schützen. Der Bestand der Uferschnepfe verringere sich auf der Insel Borkum, was als dramatisch angesehen wird, weil Borkum eines der wenigen bevorzugten Brutgebiete der Uferschnepfe ist. Wir begrüßen es, dass bedrohte Tierarten geschützt werden, sehen aber die nun auserkorene Methode als den völlig falschen Weg an. Man kann nicht ein Tierleben schützen, indem man ein anderes vernichtet - schon gar nicht, wenn es andere Wege gäbe, die zudem mittel- und langfristig effektiver sind. Die einzig sinnvolle und tiergerechte Methode, um die Population von Streunerkatzen einzudämmen, ist die Kastration - dies gilt sowohl für die Streunerkatzen als auch für die Hauskatzen auf Borkum. Auch Katzen, die ohne Bezug zu Menschen leben, sind Tiere und durch das Grundgesetz und das Tierschutzgesetz geschützt, wie auch der § 25 des Jagdgesetztes besagt, dass Katzen, die in Fallen gefangen werden, nicht erschossen werden dürfen. Scheue Streunerkatzen einzufangen und zu kastrieren, ist sicherlich keine einfache Aufgabe, aber durchaus machbar - viele Beispiele aus dem In- und Ausland belegen dies und Unterstützung bei der Umsetzung durch Tierschutzvereine, die Erfahrung in Kastrationsaktionen von freilebenden Katzen haben, ist Ihnen gewiss.

Wir appellieren daher an Sie als Verantwortliche des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer, Ihre gewählte Strategie des Abschusses der Katzen zum Schutz der Uferschnepfe zu überdenken. Bitte kümmern Sie sich stattdessen darum, die Katzen zu kastrieren und den Schutz der bedrohten Vögel so tierschutzgerecht mit dem Schutz der Katzen zu verknüpfen und eine dauerhafte Verringerung der Population zu erreichen. Hierür ist zwingend eine Kastrationspflicht auch der Hauskatzen auf Borkum nötig - denn ohne Kastration der Hauskatzen ist der Bestand der Streunerkatzen nicht langfristig zu verringern. Im Gegenteil! Denn Freigängerkatzen zeugen ohne Kastrationspflicht weiter Nachwuchs, auch mit Streunerkatzen, und die Streunerkatzen vermehren sich weiter. Die Zahl der Nachkommen einer einzigen Katze kann so nach nur vier Jahren in die Tausende steigen. Daher ist eine langfristige Lösung nur dann möglich, wenn auch eine Kastrationspflicht für die Hauskatzen auf Borkum eingeführt wird - denn nur so kann eine weitere Vermehrung auch der Streunerkatzen verhindert werden - auch jeder Katzenhalter muss in die Verantwortung miteinbezogen werden und sein Tier kastrieren lassen.

Wir appellieren an Sie als Verantwortliche, Ihrer Verantwortung gerecht zu werden und fordern Sie daher auf, die Abschussgenehmigung zu revidieren, die wildlebenden Katzen keinesfalls zu töten, sondern zu kastrieren und eine Kastrationspflicht auf der Insel einzuführen.

Mit freundlichen Grüßen