ABI 2020 ABSAGEN

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Unten findet ihr eine Liste von E-Mails der Kultusministerien, an die ihr diesen Text gerne verschicken könnt, sodass wir uns schnell Gehör verschaffen können.


Forderung einer Absage der Abiturprüfungen 2020
                                              25.03.2020

Liebe Abiturient*innen, liebe Eltern und Mitmenschen,
sehr geehrte Kultusministerien,

am 18.03.2020 bezeichnete Bundeskanzlerin Angela Merkel die Coronakrise als die größte Herausforderung seit dem zweiten Weltkrieg.
Eine Woche später entschieden die Kultusminister*innen, dass die Abiturprüfungen wie gewohnt stattfinden sollen.
Ironischerweise wurde die Entscheidung, trotz hoher Infektionsgefahr, hunderttausende Schüler in Prüfungsräume zu stecken, per Telefonkonferenz gefällt. Wie passt das zusammen?

Eine Pandemie ist eine extreme Belastung für die Gesellschaft. Die Menschen sind von der Regierung dazu angehalten zuhause zu bleiben. Es herrscht ein offizielles Kontaktverbot. Aufgrund dieser absoluten Ausnahmesituation ist es unmöglich faire und „normale“ Bedingungen einer Abiturprüfung zu garantieren.

Deswegen fordern wir: Die Absage der Abiturprüfungen 2020. Gleichzeitig halten wir die Idee eines Durchschnittsabiturs für die bestmögliche Lösung der aktuellen Situation. Übrigens: eine frühere Petition zum Durchschnittsabitur verzeichnete bereits über 110.000 Unterstützer.

Folgende Argumente unterstützen unsere Position:

1. Trotz des oft beschworenen „Tischabstands“ während der Prüfungen, ist die Infektionsgefahr weiterhin hoch. Laut führenden Virologen wird die Epidemie zum Zeitpunkt der meisten Prüfungstermine noch kein Ende gefunden haben. Selbst bei Aufteilung der Schüler auf mehrere Räume, würde z.B. beim Nutzen der Sanitäranlagen weiterhin Infektionsgefahr bestehen. Auch der Schulweg bietet zusätzliche Infektionsmöglichkeiten. Schüler*innen und Lehrer*innen welche zur Risikogruppe gehören werden damit einer besonders großen Gefahr ausgeliefert.

 

2. Dank Schulschließung und Kontaktverbot sind gewöhnliche Lernbedingungen nicht gegeben. Offensichtlich ist natürlich, dass durch den Ausfall der letzten Schulwochen, den Schüler*innen einiges an Wiederholungstoff, möglicherweise auch an relevanten Prüfungsstoff, fehlt. Die Strategie des „digitalen Unterrichts“ ist ein schlechter Ersatz, da die notwendigen Strukturen nur in wenigen Schulen vorhanden sind. Des Weiteren verhindert das Kontaktverbot beliebte Lernkonzepte wie bspw. Nachhilfe oder Lerngruppen – Ein weiterer Nachteil gegenüber vorherigen Jahrgängen.

 

3. Die Pandemie belastet die Psyche jedes/r Schüler*in. Durch die aktuellen Maßnahmen zum Eindämmen der Neuinfektionen, ist ein gesunder Geisteszustand der Schüler nicht garantiert. Viele leiden unter sozialer Isolation oder der Angst vor einer Infektion. Kein/e Abiturient*in kann sich voll und ganz auf den Lernprozess konzentrieren. Verstärkt werden aktuelle mentale Probleme durch mögliche toxische Familien- oder Mitbewohnerstrukturen. Diese zusätzlichen Stressfaktoren verhindern gerechte Vorrausetzungen für eine Abiturprüfung.
Gerade Schüler*innen die schon vor der Coronakrise unter psychischen Krankheiten litten sind durch die anstehenden Prüfungen einer unzumutbaren Extremsituation ausgesetzt.

 

4. Manche Familien leiden momentan unter Existenzangst. Durch die aktuelle Lage haben sie finanzielle oder sogar existenzielle Probleme. Abiturient*innen aus diesen Familien wird es ebenfalls schwerfallen, ihre Konzentration im angemessenen Maße auf die bevorstehenden Prüfungen zu richten.

 

5. Eine Chancengleichheit ist nicht mehr realisierbar. Wie die vorherigen Argumente zeigen, sind durch die Einflüsse der Coronakrise keine fairen Abiturbedingungen mehr möglich. Das gilt allerdings nicht nur für den Unterschied zu den vorherigen Jahrgängen, sondern auch im Vergleich zu anderen Bundesländern. Durch die ständige Verschärfung der aktuellen Notlage fiel es den Schüler*innen anderer Bundesländer einfacher sich auf ihr Abitur vorzubereiten. Beispielsweise war es ihnen möglich an Abiturvorbereitungskursen teilzunehmen.

 

6. Eine Verschiebung der Abiturtermine ist sicherlich möglich (und auch eine bessere Alternative zu den aktuellen Prüfungsterminen), aber auch unrealistisch und problemfördernd. Viele Schüler*innen haben bereits Ausbildungsverträge abgeschlossen, wollen sich rechtzeitig in einer Universität einschreiben oder zu einem passenden Zeitpunkt ein FSJ beginnen.
Zusätzlich ist es sehr wahrscheinlich, dass der Höhepunkt der Pandemie noch in der Zukunft liegt, sodass es schwer fällt eine realistische Verschiebung zu planen.

 

Wie Sie sehen verhindert die Pandemie faire und gewöhnliche Abiturbedingungen. Unserer Ansicht nach, ist der sinnvollste Weg die Ansetzung eines Durchschnittsabiturs. Es garantiert eine möglichst faire Benotung und kann zu einem rechtzeitigen Zeitpunkt übergeben werden.
Wir hoffen, dass diese Argumentation in den Kultusministerien Gehör findet, denn in der aktuellen Situation ist die Durchführung der Abiturprüfungen nicht nur ein ungerechtes, sondern auch ein gefährliches Unterfangen.

Bis dahin wünschen wir jedem/jeder der diesen Text liest, dass er gesund bleibt und die Coronakrise gut übersteht.

Der Abiturjahrgang des Ludwig-Erhard-Berufskollegs in Paderborn
(stellvertretend für viele Abiturient*innen der Bundesrepublik Deutschland)

 

PS: Unten findet ihr eine Liste von E-Mails der Kultusministerien, an die ihr diesen Text gerne verschicken könnt, sodass wir uns schnell Gehör verschaffen können.


Baden-Württemberg Schulministerium
E-Mail: poststelle@km.kv.bwl.de

Bayern Schulministerium
E-Mail: poststelle@stmuk.bayern.de

Bayern Kultusminister
E-Mail: buero@fw-muenchen-landtag.de

Berlin Schulministerium
E-Mail: post@senbjf.berlin.de

Brandenburg Schulministerium
E-Mail: poststelle@mbjs.brandenburg.de

Bremen Kultusminister
E-Mail: VZ-S@bildung.bremen.de

NRW Schulministerium
E-Mail: poststelle@msb.nrw.de

NRW Kultusministerin
E-Mail: yvonne.gebauer@msb.nrw.de

Sachsen Schulministerium
E-Mail: poststelle@smk.sachsen.de

Sachsen Kultusminister
E-Mail: info@marcotullner.de

Sachsen-Anhalt Schulministerium
E-Mail: poststelle@min.mb.sachsen-anhalt.de

Thüringen Schulministerium
E-Mail: poststelle@tmbjs.thueringen.de

Hamburg Kultusminister
E-Mail: ties.rabe@bsb.hamburg.de

Hamburg Schulministerium
pressestelle@bsb.hamburg.de

Mecklenburg-Vorpommern Schulministerium
poststelle@bm.mv-regierung.de

Niedersachsen Kultusministerium
poststelle@mk.niedersachsen.de

Schleswig-Holstein Kultusministerin
karin.prien@cdu-sh.de

Schleswig-Holstein Schulministerium
poststelle@bimi.landsh.de

Saarland Schulministerium
poststelle@bildung.saarland.de

 

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