Die Armenierinnen und Armenier in Bergkarabach sind in Gefahr!

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 1.000.


"Für Aserbaidschan ist das Thema Bergkarabach eine Frage des Ehrgeizes, für Armenien - eine Frage von Leben und Tod." Andrej Sacharow


Sehr geehrte Damen und Herren,

Die Armenierinnen und Armenier in Bergkarabach sind in Gefahr!

Wir  schreiben Ihnen im Namen der Armenierinnen und Armenier, die in Göttingen und Südniedersachsen leben. In diesen Tagen müssen wir mit großer Bestürzung den Geschehnissen in Bergkarabach zuschauen. Die Lage ist sehr angespannt, eine humanitäre Katastrophe steht bevor! 

Seit dem 27.09.2020 greifen aserbaidschanische und türkische Streitkräfte die armenische Bevölkerung in Bergkarabach (arm. “Artzakh”) an und beschießen bzw. bombardieren gezielt die Zivilbevölkerung, v.a. in der Hauptstadt Stepanakert (60.000 Einwohner). Kurz nach dem Inkrafttreten des humanitären Waffenstillstands am 10. Oktober hat Aserbaidschan mit einem verstärkten Beschuss der zivilen Infrastruktur in Artsakh und Armenien angefangen. Aserbaidschan setzt dabei auch wie von Amnesty International bestätigt illegale Streubomben ein und begeht somit Kriegsverbrechen. Das Ziel ist offensichtlich die Auslöschung des armenischen Volkes. 

Am 2. Juni 2016 hat der Bundestag die Massaker an den Armeniern 1915 als Völkermord eingeordnet und die Mitschuld und Mitverantwortung Deutschlands daran anerkannt. Damals, vor vier Jahren, hieß es: “Nie wieder!” Ist es daher nicht gerade für Deutschland moralisch geboten, einem zweiten Genozid an den Armeniern in Bergkarabach unter der Führung Erdogans vehement entgegenzutreten?

Mittlerweile gilt es als erwiesen und wurde vom französischen Präsidenten Macron anerkannt, dass Aserbaidschan diesen Angriffskrieg begonnen hat. Ferner wurden auch zivile Ziele innerhalb der Republik Armenien selbst beschossen. 

Die türkische Regierung spielt in diesem Konflikt eine entscheidende Rolle: Die Türkei ist selbst vor Ort an aserbaidschanischer Seite militärisch und logistisch direkt am Krieg beteiligt und verlegt derzeit syrische Terrormilizen (u.a. von der Al-Nusra-Front) nach Aserbaidschan.

Frankreich, USA, Russland und der Iran haben inzwischen bestätigt, dass die aserbaidschanischen Streitkräfte nachweislich hunderte islamistische Söldner und Terrormilizen aus Syrien und Libyen einsetzen, die vom NATO-Mitglied Türkei angeworben, bezahlt und nach Bergkarabach transportiert worden sind. Warum schweigt die Bundesregierung zur Förderung des internationalen Terrorismus durch einen Nato-Staat?

Dieser Krieg destabilisiert die Region, bedroht das Leben von Tausenden von Zivilisten und droht, regionale Akteure wie den Iran hinzuziehen. Die in Armenien beheimateten Personen fürchten angesichts des brutalen Vorgehens der aserbaidschanischen Seite und der jahrzehntelangen rassistisch anti-armenischen Rhetorik der aserb. Autoritäten eine ethnische Säuberung. 

Nach dem türkischen Genozid an den Armenierinnen und Armeniern im Jahre 1915 leugnen die Türkei und Aserbaidschan diesen nicht nur aktiv, sondern greifen ohne jegliche Scham und Reue erneut Armenien an. Während die Präsidenten Erdogan und Alijew, Brüder im Geiste, den alteingesessenen Armeniern das Recht auf ihre historische Heimat absprechen. 

Bergkarabach, das schon seit der Antike von christlichen Armeniern besiedelt ist und mit Armenien verbunden war, hat in einem mit dem sowjetischen Austrittsgesetz in Einklang abgehaltenen Referendum nach dem Zerfall der Sowjetunion klar für die Unabhängigkeit von Aserbaidschan und somit gegen die völlig willkürliche sowjetische Grenzziehung von Stalin gestimmt. Die Menschen dort haben ihre Unabhängigkeit durch ihr Selbstbestimmungsrecht genauso wie der Kosovo oder Indien per Referendum beschlossen.

Die aktuelle Verschärfung des Konflikts hat gezeigt, dass das kein purer Territorialkonflikt mehr ist. Es geht hier um einen Konflikt zwischen zwei Wertesystemen - Demokratie auf der einen Seite und Autokratie auf der Anderen. Wir sprechen von einem Krieg zwischen der Weltoffenheit und dem nationalistischen Populismus, zwischen dem Bestreben nach einem friedlichen Zusammenleben entgegen dem der Realisierung eigener hegemonialer Ambitionen. 


Daher bitten wir Sie:

1. Von der Bundesregierung zu verlangen, die Türkei und Aserbaidschan für ihren gemeinsamen Angriffskrieg und ihre Kriegsverbrechen gegen die Armenierinnen und Armenier in Karabach zu verurteilen.

2. Erdogans neo-osmanische Politik mit Sanktionen gegen die Türkei zu bestrafen. 

3. Aserbaidschan dazu aufzurufen, den von Armenien akzeptierten Waffenstillstand sofort einzuhalten und mit der OSCE Minsk Group zu kooperieren. 

4. Schritte einzuleiten, welche den Weg für eine gemeinsame Diskussion über die Unabhängigkeit der Republik Bergkarabachs (Artzakh) ebenen, um den langfristigen und nachhaltigen Frieden in Bergkarabach und der Region zu generieren. 

Wir wenden uns an Sie, weil die Lage beängstigend ist und wir hoffen, dass Sie angesichts dieser mörderischen Situation nicht wie viele Menschen wegschauen.

Wir hoffen wirklich sehr auf Ihre Unterstützung und wären Ihnen für diese zutiefst verbunden.


Mit freundlichen Grüßen,

David Asilbekyan
Asmik Kostandyan

P.S. WICHTIG: BITTE BERÜCKSICHTIGEN, dass die SPENDENFUNKTION im Anschluss zu dieser Petition von Change.org automatisch geschaltet wird und zur Werbung dieser Petition dient. Die Spenden werden NICHT zur Unterstützung von Armenien eingesetzt!