Leben retten: Einführung der Widerspruchsregelung!

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Udo Grimmoni
Udo Grimmoni hat diese Petition unterschrieben.

Helfen Sie mit, Leben zu retten. Wir fordern die Widerspruchsregelung, JETZT!

  • Mein Name ist Lorena von Gordon. Nach meiner Geburt sagten die Ärzte zu meiner Mutter: „Wenn Ihre Tochter 10 Jahre alt wird, haben Sie Glück.“ Die Mediziner hatten bei mir Mukoviszidose festgestellt, eine unheilbare, langsam fortschreitende Stoffwechselerkrankung. Dass ich heute 32 Jahre alt bin, verdanke ich auch meiner neuen Lunge, die mir vor über drei Jahren transplantiert worden ist. Als 28-Jährige wurde ich vor die Entscheidung gestellt, vor der alle potentiellen Organempfänger stehen: Möchte man sich auf die Warteliste setzen lassen und hoffen, dass rechtzeitig ein passendes Organ gefunden wird? Oder entscheidet man sich dagegen und hofft auf noch ein paar erträgliche Monate oder Tage bis zum Tod? Wofür würden Sie sich als 28-jährige junge Frau entscheiden?
  • Ich heiße Thomas Müller und bin seit 2008 mit Niere und Bauchspeicheldrüse transplantiert. Davor musste ich 3 mal wöchentlich Dialyse (Blutwäsche) machen. Inzwischen arbeitet meine gespendete Niere nur noch zu 15%, was sich erheblich auf meine Lebensqualität auswirkt. In absehbarer Zeit werde ich daher wieder Dialyse machen und auf ein neues Organ warten müssen. Je länger die Wartezeit ist, desto schlechter wird mein Allgemeinzustand und desto schwieriger gestaltet sich die Operation. In Deutschland wartet man durchschnittlich 7 - 10 Jahre auf eine Nierentransplantation. Damit liegen wir im europäischen Vergleich auf einem der hintersten Plätze, im Gegensatz zu Spanien und Österreich. In Spanien wartet man nur ca. ein Jahr, weil dort das Widerspruchsrecht gilt.

Was ist die Widerspruchsregelung? Wer zu Lebzeiten nicht widerspricht, ist nach dem Ableben, aber nur im Falle eines Hirntodes, automatisch Organspender.

Zur Zeit gilt in Deutschland die Zustimmungslösung, was bedeutet, dass jeder ausdrücklich zu Lebzeiten zustimmen muss, um als Organspender in Frage zu kommen. Das führt dazu, dass seit Jahren ein Mangel an Spenderorganen in Deutschland herrscht. In 2017 stellten nur 797 Menschen nach ihrem Tod ihre Organe zur Verfügung. Erstmals seit 2010 war die Zahl der Organspender in 2018 wieder auf 955 Menschen gestiegen. Aber auch das reicht lange nicht aus, um den knapp 10.000 schwer kranken Menschen auf der Organ-Warteliste das Leben zu retten.

Die Widerspruchsregelung gilt bereits in 18 Ländern Europas (Bulgarien, Frankreich, Irland, Italien, Lettland, Liechtenstein, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich, Polen, Portugal, der Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, der Türkei, Ungarn und Zypern). Deutschland bekommt Organe über den Verbund von Eurotransplant zugewiesen. Dort sind 8 Länder vereint und alle haben die Widerspruchslösung, nur Deutschland hat sie nicht. Wenn wir nicht bei Eurotransplant wären, würde es bei uns noch katastrophaler aussehen. Deutschland profitiert von der Widerspruchsregelung der anderen Länder.

Aus all diesen Gründen setzen wir uns dafür ein, dass auch in Deutschland die Widerspruchsregelung eingeführt wird. Bitte unterstützen Sie unser Anliegen und das vieler Mitpatienten mit Ihrer Unterschrift, damit die Regierung endlich eine entsprechende Gesetzesänderung vornimmt und sich die Warte- und Leidenszeiten verkürzen. Denn jeder kann in die Lage kommen ein Spenderorgan zu benötigen!

Wir respektieren die Entscheidung derjenigen, die sich bewusst und gut informiert gegen eine Spende entscheiden. Aber sich zumindest einmal in seinem Leben mit diesem Thema auseinandersetzen zu müssen, halten wir nicht für eine Zumutung – sondern für eine Chance, den Wert des eigenen Lebens neu zu entdecken. Für uns wäre es im Übrigen ein Zeichen der Konsequenz, dass ein Gegner der Organspende dann auch selbst kein Spenderorgan annehmen würde.

VIDEO-SERIE: Prof. Dr. med. Jürgen Kiwit ist Chefarzt in der Neurochirurgie und beantwortet Fragen zu Organtransplantationen und der Widerspruchsregelung.