Schulen auf in Berlin!

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Wir sind Eltern von Berliner Schülern und sind gerade dabei, uns an die bundesweite Elterninitiative #FamilienInDerKrise anzuschließen. Homeschooling, Homeoffice und der Zusammenbruch des sozialen Lebens seit Anfang März belasten uns sehr. Nach den anfänglich absolut nachvollziehbaren drastischen Maßnahmen des Lockdowns ist es jetzt längst überfällig, sich intensiv Gedanken über eine weitestgehende Schulöffnung zu machen. Auch muss man sich darauf einstellen, dass es Rückfälle geben kann – ein zweiter Lockdown kann nicht ausgeschlossen werden. Deswegen sind jetzt tragfähige Konzepte für einen vollwertigen digitalen Unterricht zu entwickeln, wozu auch umfassende Investitionen in Lehrerfortbildung und technische Ausstattung gehören. Weiterhin muss die Diskussion um soziale Fragen der Corona-Krise geführt werden, wie z.B. die immer größere werdende Schere zwischen bildungsnahen und bildungsfernen Elternhäusern. Auch der Gender-Rollback ist ein wichtiges Thema … u.v.m.

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Victory
Petitioning Sandra Scheeres

Vollständige Öffnung der Schulen und interaktiver digitaler Unterricht

Die Elterninitiative Schulen auf in Berlin! und alle Unterzeichner fordern: 1. Jetzt: a) Vollständige Öffnung der Schulen um eine irreparable Störung der psycho-sozialen Entwicklung und einen immensen Bildungsverlust bei unseren Kindern abzuwenden b) Begleitendes Monitoring der Öffnung: Die Öffnung von Bildungseinrichtungen muss genutzt werden, um systematisch und flächendeckend valide Daten zum Infektionsgeschehen in diesen Einrichtungen und zu der Rolle von Kindern zu erfassen c) Gezielte Aufklärung zu den Risiken von Covid-19 bei Kindern: Eltern und pädagogisches Fachpersonal müssen über die realistischen Gefahren für Kinder durch Covid-19 und das etwaige Risiko, das durch den Besuch von Kita und Schulen entsteht, objektiv aufgeklärt werden. Dasselbe gilt umgekehrt für die etwaige Gefahr, die von Kindern als Überträger ausgeht 2. Eine Strategie für die Zukunft: Jetzt schon muss für den Fall einer Verschlechterung der Corona-Lage unbedingt ein tragfähiges Konzept für die Weiterführung des Unterrichts entwickelt werden, begleitet von massiven Investitionen in Lehrerfortbildung und technische Ausstattung, im Notfall auch durch einen adäquaten digitalen Fernunterricht. Dabei müssen insbesondere interaktive Formate im Vordergrund stehen. Frau Senatorin, machen Sie deutlich, welchen Stellenwert Bildung in Berlin eigentlich hat! Begründung:Angesichts der immer noch geltenden Corona-Verordnungen in Berlin wenden wir, eine Elterninitiative, uns mit unseren Erfahrungen der letzten Monate und einigen zentralen Forderungen an Sie. Wir vertrauen auf Ihr offenes Ohr: So sehr wir es auch begrüßen, dass mit der Öffnung von Sportstätten, Gastronomie, der Eröffnung der Tourismus-Saison etc., allmählich wieder Normalität in das Leben vieler Bürger einkehrt, erscheint uns als Eltern das Megathema Bildung in der Pandemie verschüttet worden zu sein. Es ist doch immer noch gesellschaftlicher Konsens, dass Kinder unsere Zukunft sind und ihre Bildung eines unserer höchsten Ziele sein sollte? Die derzeitigen Abstands- und Hygienevorschriften erlauben lediglich einen Minimalunterricht ohne Musik, Sport, Spiel, und vielem, was die Schule sonst zu einem Zentrum des kindlichen Lebens und Lernens macht. Lernstoff wird reduziert vermittelt, und einmal mehr sind es besonders Kinder aus bildungsfernen Familien, die den Anschluss verlieren. Dabei ist der Krisenmodus mit Homeoffice oder regulärer Arbeit der Eltern bei gleichzeitiger Verantwortung als Privatlehrer der Kinder für alle Familien auf Dauer ein inakzeptabler Zustand. Insbesondere, wenn zwei oder mehr Kinder zu Hause sind, werden täglich die Belastungsgrenzen getestet und überschritten. Es ist zu befürchten, dass die Situation im neuen Schuljahr anhalten wird, nicht zuletzt, da die Hygieneauflagen aufgrund des Lehrermangels und der zu erwartenden hohen Krankenstände nicht erfüllbar sind. Aktuell ist kein Konzept zu erkennen, welches einen adäquaten Ersatz bzw. eine Ergänzung bietet für den Präsenzunterricht. Die Lehrer sind weitgehend ungeschult im Umgang mit digitalen Unterrichtsformen. Momentan herrscht ein unpersönliches Upload-Download-Schema vor, bei dem Lehrer Aufgaben hochladen, Schüler diese herunterladen und anschließend Kontrollformulare ausfüllen. So lassen sich keine Bildungsinhalte erschließen! So lassen sich wesentliche Kompetenzen nicht erwerben! So können Kinder nicht zu gebildeten, kreativen, vielseitigen und selbstbestimmten Persönlichkeiten heranwachsen, auf die wir als Bildungsnation und freiheitlich-demokratischer Staat so angewiesen sind! Zwischenmenschliche Interaktion ist für all dies unverzichtbar! Nicht zuletzt zur Bewältigung des Klimawandels brauchen wir eine Generation bestmöglich ausgebildeter junger Menschen. Kinder haben ein Recht auf Bildung (Allg. Erklärung d. Menschenrechte, Art. 26; UN-Konvention d. Kinderrechte, Art. 28). Selbstverständlich steht dieses Recht in Spannung mit anderen Grundrechten, aktuell dem auf Unversehrtheit des Lebens (Art. 2 GG Abs. 2). Als Konsequenz auf den Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland wurde das Recht auf Bildung stark eingeschränkt. Wir sind uns doch aber alle einig, dass Einschnitte in die Grundrechte einer wiederholten Überprüfung auf ihre Verhältnismäßigkeit bedürfen. Inwiefern ist es  also jetzt noch verhältnismäßig, angesichts der aktuellen Corona-Lage, der positiven Erfahrung mit Schulöffnungen in anderen Ländern, dem Stand der Forschung bezüglich der Rolle der Kinder bei der Ausbreitung des Corona-Virus, dieses Recht weiter massiv einzuschränken? Zahlreiche Fachleute, Verbände und Fachgesellschaften haben bereits die vollständige Öffnung der Schulen gefordert, u.a. T. Schober et al. (Deutsches Ärzteblatt 19/2020), der Berufsverband der Kinder und Jugendärzte, die Deutsche Gesellschaft für Psychologie und die Gesellschaft für Empirische Bildungsforschung und das Deutsche Kinderhilfswerk. Deshalb jetzt: Vollständige Öffnung der Schulen und Konzept für interaktiven digitalen Unterricht im Notfall - siehe oben.

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