Martin Schirdewan, MdEP

37,534 supporters

Started 2 petitions

Petitioning Amazon, Europäische Kommission

Christmas without Amazon

English / German Amazon increased its sales by 37 percent to a total of 96.1 billion dollars (82.3 billion euros) in the third quarter of 2020 and tripled its profits to 6.3 billion dollars during the Corona crisis. The company's share price has risen by 70 percent since the beginning of the year. This has made Amazon boss Jeff Bezos what is now the richest individual in the world. His assets were estimated at over 200 billion US dollars in August 2020. At the same time, according to the regional secretary of the international services union UNI Global Union, Oliver Roethig, Amazon has "some of the lowest paid workers in the EU". Amazon is not only setting records in terms of profits, but also in terms of tax trickery. For years, the company paid no taxes at all in the USA, despite billions in profits, and even received tax refunds. Even within the European Union, Amazon paid virtually no corporate taxes thanks to tax havens in EU member states such as Ireland, Luxembourg or the Netherlands. This is even the case in Germany, where Amazon, according to its own figures, paid a total of 261 million euros to the state last year, with revenues of 19.9 billion euros - but to conceal the real tax rate, it also included all social security contributions paid by employees. "Amazon is the industry's wage squeezer." In Spring the deputy managing director of the service trade union ver.di summed it up perfectly in the newspaper Westdeutsche Zeitung. Amazon obviously doesn't think much of fair payment, pays often only scarcely over the legal minimum wage of 9,35€ and remains thereby clearly behind the tariff wages of other online dealers in Germany. "Amazon is an employer that consistently strives to get a large proportion of its colleagues into temporary jobs." Documents leaked from Amazon's Global Security Operations Center show that the company monitors political opponents worldwide. This was recently reported on by the media portal Vice. The security department is designed to protect Amazon's employees, vendors and assets. According to reports, Greenpeace, Fridays for Future, Extinction Rebellion and the trade union ver.di are under observation in Germany. At Amazon, not only political opponents are monitored, but also the company's own employees. During working hours, for example, they are constantly monitored by security cameras. In a letter to the EU Commission at the beginning of October, representatives of trade unions from 15 European countries called for an investigation into Amazon's illegal surveillance practices against its own employees. Among the signatories was ver.di head Frank Werneke. For years, Ralf Kleber, the head of Amazon Germany, has persistently refused to cooperate with the unions. Since 2013, members of the ver.di trade union have been striking in vain at more and more locations in order to reach a labour agreement. Amazon pays the lowest wages in the industry, there is no vacation pay at all, and the Christmas bonus is significantly lower than in collective agreements in the industry. Employees who take part in strikes are under a lot of pressure, are punished with worse work or individual discussions. Nevertheless: in the meantime, there are works councils at all Amazon locations, which was not a matter of course for many years. We call upon the Amazon group, its president Jeff Bezos and Amazon Germany boss Ralf Kleber: End your blockade toward the trade unions and finally sign a labour agreement with industry-standard wages, vacation and Christmas bonuses for Amazon Germany. Stop the spying on political opponents by the Amazon Global Security Operations Center. Stop the surveillance of employees. We call on the EU Commission President Ursula von der Leyen: Create binding rules for platform work at companies like Amazon that strengthen the rights of employees and guarantee minimum social and labor standards. Take measures to combat legal and illegal tax evasion and close tax havens in member states of the European Union. Introduce a digital tax in the EU so that companies such as Amazon contribute their fair share to financing the community.

Martin Schirdewan, MdEP
37,532 supporters
Petitioning Amazon, Europäische Kommission

Weihnachten ohne Amazon

Deutsch / Englisch Amazon steigerte im dritten Quartal 2020 seinen Umsatz um 37 Prozent auf insgesamt 96,1 Milliarden Dollar (82,3 Milliarden Euro) und verdreifachte in der Corona-Krise seinen Gewinn auf 6,3 Milliarden Dollar. Die Aktie des Unternehmens stieg seit Jahresbeginn um 70 Prozent. Das machte Amazon-Boss Jeff Bezos zur mittlerweile reichsten Einzelperson der Welt. Sein Vermögen wurde im August 2020 auf über 200 Milliarden US-Dollar geschätzt. Gleichzeitig hat Amazon laut dem Regionalsekretär der internationalen Dienstleistungsgewerkschaft UNI Global Union, Oliver Roethig, „einige der am schlechtesten bezahlten Arbeitnehmer in der EU“. Rekorde macht Amazon nicht nur bei den Gewinnen, sondern auch bei Steuertrickserei. Jahrelang zahlte der Konzern in den USA trotz Milliardengewinnen überhaupt keine Steuern und erhielt sogar noch Steuerrückzahlungen. Auch innerhalb der Europäischen Union zahlte Amazon dank Steueroasen in EU-Mitgliedstaaten wie Irland, Luxemburg oder den Niederlanden so gut wie keine Unternehmenssteuern. Selbst in Deutschland zahlte Amazon nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr bei Einnahmen von 19,9 Milliarden Euro insgesamt 261 Millionen Euro an den Staat – rechnete dabei aber zur Verschleierung des wirklichen Steuersatzes auch sämtliche Sozialabgaben der Beschäftigten mit ein. „Amazon ist der Lohndrücker der Branche.“ So brachte es die stellvertretende Geschäftsführerin der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di im Bezirk Düssel-Rhein-Wupper im Frühjahr in der Westdeutschen Zeitung auf den Punkt. Amazon halte offenbar wenig von gerechter Bezahlung, zahle vielfach nur knapp über dem gesetzlichen Mindestlohn von 9,35 Euro und bleibe damit deutlich hinter den Tariflöhnen anderer Onlinehändler in Deutschland. „Amazon ist ein Arbeitgeber, der einen großen Teil der Kolleginnen und Kollegen konsequent in befristete Arbeit zu bringen anstrebt.“ Geleakte Dokumente aus Amazons Global Security Operations Center zeigen, dass das Unternehmen weltweit politische Gegner:innen überwacht. Darüber berichtete zuletzt das Medienportal Vice. Die Sicherheitsabteilung soll dem Schutz von Mitarbeiter:innen, Verkäufer:innen und Vermögenswerten von Amazon dienen. In Deutschland stehen dabei den Berichten zufolge Greenpeace, Fridays for Future, Extinction Rebellion und die Gewerkschaft ver.di unter Beobachtung. Überwacht werden bei Amazon aber nicht nur politische Gegner:innen, sondern auch die eigenen Mitarbeiter:innen. So werden sie zum Beispiel während der Arbeitszeit ständig durch Sicherheitskameras überwacht. In einem Brief an die EU-Kommission forderten deshalb Anfang Oktober Vertreter:innen von Gewerkschaften aus 15 europäischen Ländern die Untersuchung der illegalen Überwachungspraktiken von Amazon gegen die eigenen Beschäftigten. Zu den Unterzeichner:innen gehörte unter anderem ver.di-Chef Frank Werneke. Amazons Deutschlandchef Ralf Kleber verweigert sich seit Jahren beharrlich jeglicher Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften. Seit 2013 streiken Mitglieder der Gewerkschaft ver.di an immer mehr Standorten vergeblich für den Abschluss eines Tarifvertrags. EU-weit hat Amazon einige der am schlechtesten bezahlten Arbeitnehmer überhaupt. Urlaubsgeld gibt es gar nicht, das Weihnachtsgeld ist deutlich niedriger als in Tarifverträgen der Branche. Mitarbeiter:innen, die an Streiks teilnehmen, stehen unter großem Druck, werden mit schlechterer Arbeit oder Einzelgesprächen bestraft. Immerhin: Inzwischen gibt es an allen Standorten von Amazon Betriebsräte, auch das war viele Jahre keine Selbstverständlichkeit. Wir fordern den Amazon-Konzern, seinen Präsidenten Jeff Bezos und Amazon Deutschland-Chef Ralf Kleber auf: Beenden Sie ihre Blockade gegenüber den Gewerkschaften und erkennen Sie endlich den Flächentarifvertrag des Einzel- und Versandhandels an. Verhandeln sie mit ver.di über einen Tarifvertrag "Gute und gesunde Arbeit". Stoppen Sie die Bespitzelung von politischen Gegner:innen durch das Amazon Global Security Operations Center. Beenden Sie die Überwachung von Mitarbeiter:innen Wir fordern die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf: Schaffen Sie verbindliche Regeln für die Plattformarbeit bei Unternehmen wie Amazon, die die Rechte der Beschäftigten stärken und soziale und arbeitsrechtliche Mindeststandards garantieren. Ergreifen Sie Maßnahmen zur Bekämpfung legaler und illegaler Steuerhinterziehung und schließen Sie Steueroasen in Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Führen Sie in der EU eine Digitalsteuer ein, damit auch Unternehmen wie Amazon ihren gerechten Beitrag zur Finanzierung des Gemeinwesens beitragen.

Martin Schirdewan, MdEP
37,532 supporters