Graue Energie n.e.V.

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Mit 'grauer Energie' wird die Summe aller für die Herstellung und Lieferung von Produkten aufgewendeter Energien bezeichnet. Z.B. verschlingt die Herstellung von Zement für Gebäude große Mengen an Energie. Der Zement wird zu Beton verarbeitet und auf eine Baustelle geliefert um etwa eine Wand zu gießen. In dieser Wand steckt also eine Menge an Energie, die darin 'gespeichert' ist.
Diese graue Energie ist 'unsichtbar' und wird bei den meisten Energiebilanzen daher auch 'vergessen'. Die aktuelle 'Effizienz'-Debatte dreht sich meist ausschließlich um Betriebsenergien: Wenn wir für die Heizung viel Öl verbrauchen merken wir das eben ganz direkt. Verbrauchsenergien sind sichtbar und stehen daher im Focus der Aufmerksamkeit - obwohl sie nur einen Teil der Gesamtenergie ausmachen, die der Lebenszyklus eines Produktes oder eines Gebäudes verursacht.
Unserer Atmosphäre ist es aber egal - woher das freigesetzte CO2 stammt - ob aus der Herstellung oder aus dem Betrieb eines Gebäudes. Oft werden Entscheidungen - alleine unter Berücksichtigung der Betriebsenergie - getroffen, so wurde z.B. die 'Umweltprämie' für Autos mit einem geringeren Verbrauch begründet - obwohl ein Auto in der Herstellung so viel Energie verschlingt, daß sich dieser Vorteil vielleicht erst nach 100 Jahren Benutzung in einer Gesamtbilanz positiv auswirkt .

Wir haben es uns zur Aufgabe gesetzt die in Gebäuden gespeicherte 'graue Energie' in das Bewusstsein der Gesellschaft zu bringen um 'gut gemeinte' aber falsche Entscheidungen zu verhindern:

Energetisch betrachtet besitzt jede bestehende Architektur eine 'eingebaute' Existenzberechtigung - alleine dadurch daß sie vorhanden ist. Vor Jahren oder Jahrzehnten hat jemand eine Menge Energie in die Herstellung und Errichtung dieser aufwändigen und materialintensiven Konstruktionen gesteckt. Ebenso wie die verwendeten Ressourcen ist diese Herstellungsenergie in den vorhandenen Gebäuden 'gespeichert' - und wird - bildlich gesprochen - bei einem Abbruch 'freigesetzt'. Die Ressourcen aus denen das Gebäude besteht werden 'entsorgt'.

Wie alle Kulturgüter die Ressourcen und Energie enthalten - sollte auch Architektur so effizient wie möglich - aber auch so lange wie möglich in Gebrauch bleiben - um ihre negativen Gesamtauswirkungen auf unsere Umwelt so gering wie möglich zu halten.

Gerade bei Entscheidungen - ob eine Modernisierung oder etwa ein Ersatzneubau sinnvoll ist - spielen energetische Argumente eine gewichtige Rolle. Solche Entscheidungen ohne Berücksichtigung der 'grauen Energie' zu treffen ist falsch. Das bei der Herstellung eines Bestandsgebäudes in die Atmosphäre freigesetzte CO2 kann nicht mehr zurückgeholt werden.

Graue Energie zählt!

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