Allianz für den freien Sonntag, München

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Der arbeitsfreie Sonntag ist unverzichtbar für die Erwerbstätigen und ihre Familien, für Christinnen und Christen, für Vereine und für jede Form von Gemeinschaftsleben. In unserer beschleunigten Gesellschaft ist dieser besondere Tag wertvoller denn je. Doch Sonntagsarbeit nimmt in vielen Branchen zu. Wenn wir nichts dagegen tun, wird er langfristig zum Werktag werden. Die kirchlich-gewerkschaftliche Allianz für den freien Sonntag tritt auf Bundes-, Länder- und lokaler Ebene dafür ein, Sonntagsarbeit auf das gesellschaftlich notwendige Maß zu begrenzen und das Kulturgut Sonntag zu erhalten.

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Petitioning Dr. Stephan Fanderl, Roland Neuwald

Der Sonntag muss frei bleiben! Keine Grundgesetzänderung für Karstadt und Kaufhof!

Der freie Sonntag ist durch unsere Verfassung geschützt. Dennoch wird er derzeit von mehreren politischen Initiativen in Frage gestellt. Der radikalste Vorstoß kommt von den Warenhäusern Karstadt und Kaufhof, die mit einer Kampagne die vollständige Abschaffung des arbeitsfreien Sonntags im Handel fordern. Wir bitten deshalb Beschäftigte des Einzelhandels, mittelständische Händler, Kirchengemeinden, Familienverbände, Sportvereine und alle anderen Freundinnen und Freunde des freien Sonntags, diese Petition bundesweit zu unterstützen. Sehr geehrter Herr Dr. Fanderl,sehr geehrter Herr Neuwald, die von Ihren Warenhäusern angeführte neue Initiative "Selbstbestimmter Sonntag" fordert die völlige Abschaffung des freien Sonntags im Einzelhandel. Die Geschäfte sollen nach Ihrem Willen künftig an allen 52 Sonntagen im Jahr öffnen können. Sie fordern damit eine Änderung des Grundgesetzes. Der Sonntag ist als „Tag der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung“ bislang wirksam geschützt (Art. 140 GG i.V.m. Art. 139 WRV). Verkaufsoffene Sonntage dürfen nur ausnahmsweise aufgrund eines besonderen Anlasses stattfinden. Würde sich Ihre Initiative durchsetzen, hätte dies nicht nur tiefgreifende Folgen für 3,1 Millionen Handelsbeschäftigte, sondern würde den freien Sonntag insgesamt in Frage stellen. Verkäuferinnen und Verkäufer arbeiten bereits heute hochflexibel, sehr oft auch am Abend oder am Samstag, wenn andere Erwerbstätige frei haben. Umso wichtiger ist der freie Sonntag für sie. Er ist eine zentrale Voraussetzung für ihr Familienleben, für die Pflege von Freundschaften, für die Mitwirkung in Sportvereinen, Kirchengemeinden oder anderen Gemeinschaften. Die Lohnzuschläge, die manche Handelsunternehmen derzeit noch zahlen, können für den Verlust des freien Sonntags nicht dauerhaft entschädigen. Auch Verkäuferinnen und Verkäufer haben ein Recht auf gemeinsame freie Zeit. Wir verstehen Ihr Anliegen, den stationären Einzelhandel gegenüber dem Onlinehandel zu stärken. Doch die Strategie, den Wettstreit mit dem Internet ausgerechnet über Öffnungszeiten auszutragen, ist nicht erfolgsversprechend. Die besten Argumente des Handels gegenüber der Onlinekonkurrenz sind sein Service, seine hohe Beratungsqualität und seine motivierten Mitarbeitenden. Wenn Sie den Sonntag zum generellen Einkaufstag machen, werden Sie nur viele kleinere Einzelhändler in Bedrängnis bringen, aber nicht Amazon oder Zalando. Der freie Sonntag hat gemäß unserer Verfassung Vorrang vor jeglichen kommerziellen Interessen. Eine Abkehr von diesem Prinzip hätte Folgen weit über den Einzelhandel hinaus. Sollte Ihre Kampagne Erfolg haben, würden andere Branchen nachziehen und den Sonntag nach und nach zu einem gewöhnlichen Werktag machen. Klar ist doch: Wenn Karstadt und Kaufhof künftig sonntags öffnen, dürfte auch Amazon bald sonntags Waren ausliefern. Und viele Kundinnen und Kunden, die Sie mit Sonntagsöffnungen in Ihre Warenhäuser locken möchten, müssten selbst am Sonntag arbeiten. Von einem siebten Werktag profitiert langfristig niemand. Wir sind überzeugt: Die in den vergangenen Jahren massiv ausgedehnten Ladenöffnungszeiten reichen aus, um nach Herzenslust einzukaufen. Laut einer repräsentativen Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der Zeitung „Die Welt“ spricht sich eine große Mehrheit von 73 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland dagegen aus, auch noch den Sonntag zum Einkaufstag zu machen. Wir fordern Sie deshalb auf: Respektieren Sie den verfassungsrechtlichen Schutz des freien Sonntags! Nur ein arbeitsfreier Sonntag ist ein „Selbstbestimmter Sonntag“!  Allianz für den freien Sonntag, München Christian Bindl, katholische BetriebsseelsorgePhilip Büttner, evangelischer Kirchlicher Dienst in der ArbeitsweltSimone Burger, Deutscher GewerkschaftsbundHeinz Neff, Katholische ArbeitnehmerbewegungGeorg Wäsler, Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Weitere Informationen: www.facebook.com/sonntagsallianz.bayern

Allianz für den freien Sonntag, München
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