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AbilityWatch versteht sich als Teil einer modernen Behindertenbewegung in Deutschland. Als Aktionsplattform wollen wir Politik kritisch begleiten, Fragen aufwerfen und das soziale Modell von Behinderung etablieren. AbilityWatch fordert die Vertretung für Menschen mit Behinderung von Menschen mit Behinderungen. Als DPO (Disabled People’s Organisation) organisieren wir Demonstrationen, betreiben Öffentlichkeitsarbeit und werden weiterhin mit provokanten Aktionen auf die fehlende Gleichberechtigung und mangelnde Einhaltung der UN-Behindertenrechtskonvention hinweisen.

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Petitioning Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil, Landesamt für Soziales Saarland (LAS), Stefan Funck

Lasst Markus und andere Behinderte selbstbestimmt leben! #Heimzwang

Markus Igel ist schwerbehindert und braucht rund um die Uhr Hilfe. Seine gesamte Kindheit und Jugend hat er in einem Heim verbracht. Dank seiner Assistent*innen kann er heute jederzeit essen, trinken oder auf Toilette gehen und ein selbstbestimmtes Leben in seiner eigenen Wohnung führen. Doch damit könnte jetzt Schluss sein: Markus droht mit 31 die erneute Abschiebung ins Heim… Die Behörde will die lebensnotwendige Assistenz nicht mehr bezahlen! Markus soll seine jahrelang angestellten Hilfskräfte entlassen und sich osteuropäische Pflegekräfte zu Dumping-Löhnen suchen, begründet die Behörde ihre Entscheidung. Abgesehen davon, dass Markus eine Sprachbehinderung hat und somit zur Kommunikation auf Personen angewiesen ist, die der deutschen Sprache fließend mächtig sind, ist das auch mit Blick auf das Mindestlohngesetz nicht nur für Markus ein Schlag ins Gesicht! Vor einigen Jahren wollten die Behörden Markus schon einmal zurück ins Heim abschieben. Er hat vor dem Bundesverfassungsgericht dagegen gekämpft. Mit Erfolg! Auch jetzt hat Markus wieder das Gericht eingeschaltet. Doch der juristische Weg dauert und er hat kein Geld mehr. Seine Assistenz kann er nicht mehr bezahlen! Markus wird systematisch ausgehungert, damit er aufgibt und zurück ins Heim zieht. Selbst wenn in zwei oder drei Monaten ein Gericht entscheidet, dass er Anspruch auf die lebensnotwendige Assistenz hat, wäre Markus längst im Heim, die Assistenten wären weg und die Wohnung wäre gekündigt. Alles, was er sich aufgebaut hat, wäre dann vernichtet. Freund*innen weg. Wohnung weg. Selbstbestimmtes Leben, adé! Im Heim wird gegessen und getrunken, wenn die Pflegekräfte Zeit haben. Auf Toilette kann man gehen, wenn gerade niemand anderes Hilfe benötigt. Das ist menschenunwürdig und muss mit allen Mitteln verhindert werden! So wie Markus geht es vielen behinderten Menschen in Deutschland. Durch die „Taktik des Aushungerns“ verstößt Deutschland in unzähligen Fällen gegen die UN-Behindertenrechtskonvention! Wir fordern: Ermöglichen Sie Markus und den vielen anderen Menschen mit Behinderung ein würdevolles Leben. Wir sind keine Menschen zweiter Klasse. Menschen mit Behinderung haben es nicht verdient eingesperrt zu sein, ohne eine Straftat begangen zu haben! Raul Krauthausen, Constantin Grosch und Nancy Poser von AbilityWatch e.V._____„Ich möchte die Dinge tun, die ein junger Mann mit 31 Jahren macht. Nicht mehr, nicht weniger. Wenn ich wieder ins Heim muss, werde ich da wahrscheinlich nie wieder rauskommen. Dann kann ich zwar satt und überwiegend sauber aber dauerhaft depressiv in meinem tristen Zimmer sitzen und von einem freien Leben nur noch träumen. Man kann im Heim nicht Aufstehen, zu Bett Gehen, Essen, und Duschen wann man will. Stellt euch vor, ihr müsst mit Leuten zwangsweise zusammenwohnen, mit denen ihr euch vielleicht noch nicht einmal versteht. Und alles wird euch vorgeschrieben, zum Beispiel. ob ihr euch rasiert oder nicht. Ich wäre dann eingesperrt, ohne eine Straftat begangen zu haben. Dann wäre mein Leben zu Ende, denn das kann ich nicht noch einmal ertragen.“ - Markus Igel

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